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Tiananmen - und die Doppelmoral der Massenmedien | 06.06.2014 | kla.tv

vor 5 Jahren
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http://www.kla.tv/?a=showportal&keyword=medien&id=3260

Sehr geehrte Damen und Herren!

In dieser Woche jährte sich die blutige Niederschlagung der Studentenbewegung am Platz des Himmlischen Friedens in Peking zum 25. Mal. Die Studenten gingen damals für Pressefreiheit, gegen Korruption, für Reformen und vor allem für mehr Demokratie wochenlang auf die Straße. In der Nacht vom 3. auf den 4. Juni 1989 beendete die Armee die Demonstrationen, in dem sie das Feuer auf die Demonstranten eröffneten. Dabei wurden gemäß offiziellen Angaben 312 Demonstranten von Armeesoldaten erschossen. Grund genug für die Massenmedien, die Ereignisse von damals in stundenlangen Filmberichten und ausführlichen Analysen noch einmal ins Gedächtnis zu rufen. Die Berichte tragen dabei Überschriften wie „Panzer gegen Demokratie", „Chinas offene Wunde" und „Das organisierte Vergessen." Sie klagen die chinesische Führung an, weil diese sich weigere, die von vielen Angehörigen der Toten geforderte Neubewertung der Geschehnisse vorzunehmen. Damit werden die Medien durchaus ihrer Aufgabe gerecht, gerade unangenehme Themen aufzugreifen und deren lückenlose Aufklärung zu fordern -- bzw. als Sprachrohr unterdrückter Minderheiten deren Stimme an die Öffentlichkeit zu tragen.

Dazu gäbe es nichts weiter zu sagen, wenn die Massenmedien bei jedem Unrecht so verfahren würden. Warum aber tun sie das nicht? Warum zum Beispiel finden die grauenvollen Massaker an der Bevölkerung in der Ost-Ukraine bisher wenig bis gar kein Gehör in den Medien? Wie viele Luftangriffe muss die Ukrainische Armee noch gegen die Bevölkerung in Lugansk und anderen Städten fliegen? Wie viele Menschen müssen noch auf ostukrainischen Straßen durch Streubomben getötet werden? Genügt es nicht, dass nebst Lugansk auch die Städte Slavjansk, Kramatorsk und Krasnij Liman mit Artillerie beschossen werden? Auch Wohnhäuser, Schulen und Krankenhäuser werden dort von den Granaten getroffen. Die Menschen sind in grosser Angst und zu Zehntausenden auf der Flucht. Was muss noch geschehen, damit die Medien dazu Stellung beziehen? Oder müssen erst 25 Jahre vergehen, bis auch die westlichen Massenmedien eine lückenlose Aufklärung zum Beispiel der im Gewerkschaftshaus in Odessa misshandelten und grausam ermordeten mehr als 100 Zivilisten fordern? Unter ihnen befanden sich bekanntlich auch Frauen und Kinder.

Wenn Sie nicht auf den 25. Jahrestag von Odessa und all der anderen Ereignisse warten wollen, bis auch Ihre Zeitung oder Ihr bevorzugter Nachrichtensender umfassende, authentische Filmbeiträge liefert und eine lückenlose Aufklärung fordert, dann werden Sie doch jetzt schon aktiv: Wechseln Sie den Kanal! Wir auf Medien-Klagemauer-TV freuen uns, wenn wir Sie auch morgen wieder begrüßen dürfen!

Ihnen einen guten Abend!

Quellen/Links:
http://www.tagesschau.de/ausland/tiananmen134.html