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Gelebte Weisheit - hierjetzt!

Christian Meyer: Kann man etwas tun?

vor 1 Monat
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Dieses Interview mit Christian Meyer ist von Juli 2019, Fragen von Devasetu (Jetzt-TV, Christian Meyer Interview05). Thema des Interviews: Kann man was tun? Ramana Maharshi, als er anfing zu lehren, war in derselben Situation wie Meister Eckhart und Johannes Tauler, sie waren konfrontiert mit spirituell Suchenden, die jede Menge Übungen hatten, Yogaübungen, den Namen Krishnas von morgens bis abends sprechen, Mantras singen, unzählige Übungen, mit denen Suchende beschäftigt waren; bei Meister Eckhart und Johannes Tauler war es dasselbe, sie haben gebetet, Fastenrituale….; beide haben gesagt: hört damit auf, jetzt muss man verstehen, was das für Übungen sind, es sind alles Übungen, die haben die Strukur, ich tue etwas, um etwas zu bewirken, z. B. ich spreche Gebete, um in einen bestimmten Zustand zu kommen; Yogahaltungen: Ich habe vorher ein Bild, einen Plan und sowohl Ramana als auch Meister Eckhart und dann noch Johannes Tauler expliziter haben gesagt: hört auf damit; die Übung hat die Struktur, ich tue etwas um etwas zu bewirken, nicht erst der Mensch; z.B. bei der Gehmeditation..., das Unbewusste übernommen, die Kontrolle; gegenüber den Übungen; hört auf damit; weil Aufwachen ist etwas, was durch vollständiges Loslassen geschieht, die Erfahrung, dass kein Handelnder da ist und ich kann nicht mit Übungen, die diese Struktur haben, wo der Handelnde existiert, kann ich mich nicht dem Zustand des Nicht-Handelns nähern; also haben Ramana und Meister Eckhart gesagt: tut nichts; Ramana hat im Übrigen auch gesagt: zu Anfang musst du dich zu 100 % bemühen, bis du zu einem Punkt kommst, wo du dich nicht mehr bemühen kannst, aber wo du dich auch nicht mehr nicht bemühen kannst, wo das jenseits ist von Bemühung, sondern eine innere Bewegung. Jetzt, wenn das Aufwachen geschieht, sobald ich in eine innere Haltung des vollständigen Loslassens komme, das bedeutet auch in einen Zustand des Geschehenlassens, in diesen vollständigen Zustand des Nicht-Tuns habe ich irgendwie zu gelangen, dann hat das Aufwachen, das mit mir getan wird, … ich bin das Erleidende dabei, das mir widerfährt und geschieht, dass das leichter geschehen kann, ich komm an diese Chance des Aufwachens dadurch, das ich in der Lage bin mich völlig zurückzunehmen, nichts mehr zu tun, nichts mehr in der Hand zu haben; Meister Eckhart hat es damals wundervoll definiert; ...wenn du also nichts hast, nichts weißt und nichts willst, dann wachst du auf, noch bevor meine Predigt zu Ende ist; das gleiche wie Ramana sagt, … zitiert die Upanishaden, wenn du so sehr aufwachen willst, wie jemand unter Wasser nach Sauerstoff verlangt, dann bekommst du im selben Augenblick die Freiheit; d.h. nichts anderes mehr tust, nichts wichtig ist, gar nichts, alles weglässt, das ist der Zustand, in dem Aufwachen geschieht und jetzt ist die Frage: Kann ich etwas tun, um in diesen Zustand des Geschehenlassens zu kommen? Die Frage ist nicht: Kann ich etwas tun, um aufzuwachen?, sondern die Frage ist: Kann ich etwas tun, um in diesen Zustand des Geschehenlassens zu kommen? So, und da gibt es Lehrer, die sagen: du kannst nichts tun, um aufzuwachen, wenn sie konsequent wären, dann würden sie einen Brief herumschicken mit dieser Nachricht und ihre Tätigkeit komplett einstellen, das wäre konsequent, sie sagen aber stattdessen, es ist gut, wenn du regelmäßig in meine Retreats und Seminare kommst, so und in diesen Retreats und Seminaren passiert etwas, der Lehrer redet, fragt den Einzelnen, zerstört die Ansichten, die der Einzelne hat und in der Psychologie nennt man diese Methode kognitive Umstrukturierung oder den sokratischen Dialog, das sind zwei gängige Methoden der Psychologie, die genutzt werden, um Veränderungen in den Menschen zu erzielen; eigentlich ist die Diskussion darüber, dass man nichts tun kann, beendet, weil auch bei denen auf eine klare Weise den Menschen genau gesagt wird, was sie zu tun haben und dann mit ihnen gearbeitet wird, um Veränderungen zu erzielen; das ist ja bei anderen Dingen auch so, natürlich kann der Organismus etwas tun um eine fremde Sprache zu lernen, aber da ist auch kein Ich, da könnte man auch sagen: du kannst nichts tun, um die Sprache zu lernen. Jetzt ist eigentlich die wirklich wichtige Frage: Kann man das wirkungsvoller und kraftvoller werden lassen? Im Grunde ist alles Tun ein Geschehen? Es ist nicht alles Tun ein Geschehen, es gibt viel Tun, das hat die Struktur: ich tue etwas, um etwas zu bewirken. Es gibt kein Ich, aber es gibt ein Subjekt; dass da niemand ist, der etwas tut, stimmt insofern als kein Ich da ist, das etwas tut, aber es gibt ein Organismus, der etwas tut; Ursache und Wirkung? Natürlich gibt es Ursachen und Wirkungen, wenn wir die CO2-Emission reduzieren, dann kann das bewirken, dass die Klimakatastrophe gemildert wird; natürlich kann man Ursache und Wirkung von beiden Seiten sehen; der Mensch ist in der Situation, dass er bestimmte Erfahrungen gemacht hat, die jetzt ein bestimmtes Verhalten bewirken;... jetzt-tv.net