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Der Video-Kanal, der Herzen

Die Kriegerin, Der Krieger - Silke Mara

vor 4 Jahren
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http://www.DelphinTV.de - Silke Soraia - Die Kriegerin, Der Krieger, Parabel, Geschichte

Eine Erzählung von Silke Soraia
Alles geht von mir aus – Die Kriegerin – Der Krieger
In den letzten Tagen kommt es vermehrt in mir zur Ruhe. Es scheint so, als sei der Krieg zu Ende oder zu mindestens ein Waffenstillstand erreicht. Ich sitze hier ein wenig orientierungslos auf meinem Felsen und schaue in die Runde. Doch alles um mich scheint ebenso orientierungslos zu sein oder auch nicht.
Es ist alles eine Betrachtungsweise.
Das, was mich im Leben hält, ist nicht das, was Dich im Leben hält. Warum bin ich hier? Eine vage Ahnung habe ich davon - oder auch nicht. Ich erahne nur einen Bruchteil davon.
Was soll ich tun? Ich sitze hier und weiß es nicht. Um mich herum scheint die Welt zusammenzubrechen, alle laufen aufgescheucht umher und versuchen so weiterzumachen, wie bisher. Doch dies funktioniert nicht, noch ignorieren sie es. Ignorieren nur sie es, ignoriere ich es nicht auch?
Gefangen in unseren Gedankenkonstrukten nehmen wir die Welt so wahr, wie wir sie wahr nehmen wollen. Unsere Konstrukte entscheiden, ob Du mein Freund oder mein Feind bist. Ist das nicht Irrsinn? Ja, es ist Irrsinn und trotzdem kann ich die Teile noch nicht richtig zusammensetzen. Ich habe Bruchteile davon in der Hand und weiß nicht, was ich damit tun soll.
Plötzlich kommen sie auf mich zugelaufen. Ich soll aufstehen, mein Schwert nehmen und kämpfen, es gibt noch viele Feinde zu töten. Ich schaue sie irritiert an. Wiederum fordern sie mich auf zu kämpfen.
Ich schaue um mich, wie alle miteinander kämpfen und die alte Kämpferin in mir fordert mich auf, aufzustehen und mein Schwert zu nutzen, mein Schwert mit Blut zu tränken.
Eine Welle des Widerwillens durchließt mich und plötzlich wird mir klar, daß ich das nicht mehr tun will. Es soll kein Blut mehr mein Schwert berühren. Sie sagen mir, ich sei feige und wolle sie im Stich lassen, ob ich das Unrecht nicht sähe. Und ich sage: “Ich sehe das Unrecht. Ich sehe, daß wir eine andere Seele, die wir sind, töten.
Ich sehe, daß wir so sehr mit dem Kämpfen und Töten beschäftigt sind, daß wir vergessen haben, wer wir sind.“ Nun schauen sie mich verstört an. Was sollen sie tun, wenn nur auch ihre Kämpfer nicht mehr kämpfen, wenn da niemand mehr ist, der sie schützt.
Und plötzlich geschieht etwas. Ich fühle in mir, daß alle Kämpfer und Kämpferinnen auf ihrem Felsen sitzen und inne halten. Ich spüre, daß niemand mehr da ist, der beschützt, ich fühle, daß niemand mehr da ist, der beschützt werden muß.
Silke Soraia

Video-Aufnahme:
R.-Andreas Klein
http://www.DelphinTV.de